Übersicht:
In einem Aktienfonds europäischer Aktien, die in Euro notieren, kann aus der Sicht eines passiven Anlegers davon ausgegangen werden, dass alle Aktien langfristig statistisch die gleiche Sharpe Ratio besitzen. Dabei darf nicht rückwärts schauend die Ist-Sharpe-Ratio betrachtet werden (die sehr unterschiedlich ist), sondern es muss zukunftsorientiert gedacht werden: Weist eine Aktie in der Vergangenheit eine schlechte Performance auf, so spiegelt der aktuelle Kurs die Erwartung wider, dass die Aktie in der Zukunft wegen des niedrigen Kurses eine dem Risiko angemessene Perfomance erzeugt.
Aber auch dann, wenn diese Prämisse einer gleichen Sharpe Ratio in weiteren Grenzen verletzt ist, liefert die Anwendung der oben genannten Regel noch eine Allokation mit guter Sharpe Ratio.
Bei der Korrelation zwischen den Aktien kann die Prämisse einer gleichen Korrelation, die als Mittelwert aller empirisch ermittelten Korrelationen gewählt wird, nicht durchgehend aufrechterhalten werden. Zwar liegen viele Korrelationen nahe dem Mittelwert von ca. 0,35, doch gibt es auch sachlich begründete Ausnahmen. Zum Beispiel korrelieren Aktien innerhalb einer Branche (z. B. Telekommunikation, Chemie) etwas höher als branchenfremde.
Deshalb wird die ursprüngliche Idee, die Aktien in einem Fonds mit Euro-Aktien umgekehrt proportional zu ihrem Risiko zu gewichten, modifiziert. Die Korrelationen werden bei der Optimierung zur Ermittlung der Mischung mit bester Sharpe Ratio berücksichtigt. Hierbei werden aber nicht die empirischen Korrelationen verwendet, sondern die Korrelationen werden aus einer Gewichtung von 85 % des Mittelwertes aller Korrelationen (ohne die Korrelationen von 1) mit 15 % der empirischen Korrelationen geschätzt.
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